3rd European University Futsal Championship

Novi Sad, Serbien,  16.Juli 2006 -  24.Juli 2006

Der UFC muss sich vermöbeln lassen und genießt trotzdem den Balkan.

Sind die Kicker der Universitätsauswahl der WWU Münster sonst nie um einen Euphemismus verlegen, so können auch beim besten Willen die Ergebnisse des UFC bei der dritten Europameisterschaft der Studenten 2006 in Novi Sad in Serbien nicht mehr schön geredet werden. Nur ein Sieg gegen Polen und der dreizehnte Platz der vierzehn Mannschaften sprechen eine deutliche Sprache. Zwar hatte der UFC das Pech in eine Gruppe mit drei europäischen Spitzenteams gelost zu werden, gegen die keine deutsche Futsalmannschaft etwas hätte ausrichten können, doch hätte er sich dabei besser verkaufen müssen. Von den anderen Teams wurde toller Futsal geboten. Insbesondere die Kroaten, Slowenen, Ukrainer, die Italiener und die Serben zeigten spektakuläre Spiele und bewiesen, dass auch bei einer Studenten-EM nur die besten Spieler ins Rennen geschickt werden. Europameister wurde Slowenien in einem packenden und hochklassigen Finale gegen Kroatien.


Eine Woche voller schöner Erinnerungen wurde die Reise auf den Balkan für die Münsteraner dennoch. Der Strand an der Donau und ein Besuch in Belgrad boten viele Gelegenheiten zur Entspannung. Der Sport trat aber leider nicht weit genug in den Hintergrund für das Team des UFC: Tomasz Luzar bei seiner zweiten EM im Tor, Georg von Coelln im Tor und auf dem Feld neben André Barón, Julian Tietze, Gereon Quick und Stefan Westerheide mit der dritten EM-Teilnahme, Julian Offermann und David Hellendrung bei ihrer zweiten EM und Jonas Bräuer bei seiner ersten Europameisterschaft.
Damit es für den Autor nicht zu bitter wird, versuchen wir es doch einmal mit einer rosa Brille. Münster war neben den Gastgebern und zweifachen Titelträgern aus Novi Sad die einzige Universität, die sich für alle drei EUC im Futsal qualifizieren konnte. Am Rande sei bemerkt, dass die Uni Münster auch im Dezember 2006 die Deutschen Hochschulmeisterschaften souverän gewonnen und sich damit für die vierte Europameisterschaft in Folge im Juli 2007 in Slowenien qualifiziert hat. Zu allererst litt der UFC unter Verletzungspech, weil der herausragende Christian Wenning einen Tag vor dem Turnier erkrankte und nicht mitfahren konnte. Stammspieler Stefan Westerheide hatte lange nicht mehr mit der Mannschaft trainieren können. Zudem wurde Münster in eine Gruppe mit den übermächtigen Serben, Ukrainern und, wie jedes Jahr, den Portugiesen gelost. Alle drei Mannschaften waren Kandidaten auf den Titel. Das erste Spiel gegen Titelverteidiger Novi Sad war gleich ein freundliches Gastgeschenk vom UFC. Nach zu defensivem Spiel und einem 0:5 in der ersten Halbzeit ergriff der UFC die Initiative und lieferte sich einen offenen Schlagabtausch mit der überragenden Mannschaft der letzten zwei Jahre, in der alle Spieler auch bei Futsalclubs der serbischen Liga unter Vertrag stehen. Immerhin bedeuteten die Tore von Julian Tietze und Gereon Quick eine winzige Schönheitskorrektur für den 2:15-Endstand. Allein der nie nachlassende Kampfeswille der Münsteraner auch nach zehn und mehr Gegentreffern beeindruckte die Serben.
Im zweiten Spiel gegen Coimbra lief es zunächst glücklicher für den UFC. Obwohl die Portugiesen spektakulär kombinierten lag der UFC fast die ganze erste Hälfte in Führung. Zunächst verwandelte Gereon Quick einen Steilpass von David Hellendrung zum 1:0; danach schoss Beastman Hellendrung den UFC selbst zweimal gekonnt zum 2:1 und 3:2 zur Halbzeit in Führung. Nach der Pause konnte Münster dem sehr hohen Tempo von Coimbra nicht folgen. Die Portugiesen gewannen am Ende hoch verdient mit 7:3.
Im letzen Gruppenspiel gegen Dnjepopetrovsk zeigte der UFC eigentlich seine beste Leistung. Doch trotz des sehr schönen Treffers von Figo Westerheide stand am Ende eine 1:8-Niederlage gegen die Ukrainer, die auch als Verein in der ersten ukrainischen Futsalliga spielen. Dummerweise zeigte Gereon Quick kurz vor Schluss noch einen starken Torwartreflex und wehrte den Ball auf der Torlinie mit der Hand ab. Die rote Karte bedeutete eine weitere Schwächung des ohnehin dezimierten Teams.
Beim Platzierungsspiel musste Quick also zusehen, wie seinen Jungs gegen die Schweizer im vierten Spiel die Kraft fehlte, um ihre größeren Fähigkeiten in Tore umzusetzen. Am Schluss entschied nach dem 2:2 in regulärer Spielzeit durch schöne Tore von Jonas Bräuer und Julian Offermann der Schweizer Keeper das Sechsmeterschießen für sich. Dem UFC blieb nur das Spiel um Platz 13 gegen Polen. Figo Westerheide schmerzte daraufhin der kleine Zeh und nahm sich eine Auszeit. Quick durfte nach der Sperre wieder mitspielen. Münster schaffte im letzten Spiel immerhin eine tolle Aufholjagd und machte aus einem 1:3 fünf Minuten vor Schluss noch einen 4:3-Sieg durch Tore von Andre Baron und dreimal Julian Tietze.


Die teilnehmenden Universitäts-Auswahlmannschaften:
Westfälische Wilhelms-Universität Münster - Münster, DEUTSCHLAND
University of Coimbra  - Coimbra, PORTUGAL
University Tor Vergata -  Rom, ITALIEN
University of Ljubljana - Ljubljana, SLOWENIEN
University of Bern - Bern, SCHWEIZ
University of Picardie Jules Verne - Amiens, FRANKREICH
Agricultural University of Wroclaw - Wroclaw, POLEN
Dnpropetrovsk State Financial Academy - Dnpropetrovsk, UKRAINE
University of Technology - Tampere, FINNLAND
University of Zagreb - Zagreb, KROATIEN
Lund University - Lund, SCHWEDEN
University of Novi Sad - Novi Sad, SERBIEN & MONTENEGRO
University of Dubrovnik - Dubrovnik, KROATIEN *
University of Nis - Nis, SERBIEN & MONTENEGRO **
Leiden University - Leiden, NIEDERLANDE (disqualifiziert)
University of Bologna - Bologna,  ITALIEN (disqualifiziert)

* für Zypern nachgerückt
** für Griechenland nachgerückt