NRW-LIga, Wesel

15.12.2012

Der UFC, Tabellenführer der WFLV-Futsal-Liga,  gewinnt das Spitzenspiel gegen die zweitplatzierten Holzpfosten aus Schwerte mit 5:2 und vergrößert den Abstand nun auf 7 Punkte.
3 Tore durch Florian Dondorf und jeweils 1 von Gereon Quick und Eduard Nickel.

Winterspeck angefressen

Berti Vogts, ein schlauer Mann, wusste bereits vor einiger Zeit wie die Tabelle der WFLV-Liga nach dem 9. Spieltag aussehen würde: „Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.“ Recht sollte er behalten, denn der UFC Münster schlug im Spitzenspiel die Holzpfosten aus Schwerte mit 5:2 (2:1) und geht nun mit einem Punktepolster von sieben Punkten auf Schwerte in die einmonatige Winterpause. 

In der Anfangsphase des Spiels riskierte keines der beiden Teams ins offene Messer zu laufen. Die Holzpfosten, wieder mal durch eine beeindruckende Anhängerzahl von Fans bis ins Siegerland begleitet, standen tief und lauerten auf Konter. Münster presste und versuchte die Schwerter so zu Fehlern zu zwingen, die sich entweder mit langen Bällen auf ihren Pivot oder Fouls zu helfen wussten um dem Druck auszuweichen. Dennoch entstand die Münsteraner-Führung aus einem Konter, gaben die Holzpfosten für einen Moment ihre Ordnung auf. Johannes Glasbrenner setzte Florian Dondorf mustergültig in Szene, der keine Probleme hatte einzuschieben (7. Spielminute). Mit der Führung im Rücken gewann Münster an Stabilität und bestimmte nun das Geschehen mit zunehmender Spieldauer. So kam der UFC immer wieder zu gefährlichen Großchancen, jedoch stand entweder der Pfosten im Weg (Gereon Quick), der starke Holzpfosten-Keeper Daniel Otto (Gunnar Kaib, Wendelin Kemper) oder die eigenen Nerven (Alex Kenkel).

"Wenn man vorne nicht trifft, kriegt man ´se hinten rein!"

Die Chancenauswertung sollte sich rächen und der bekannte Leitsatz zu treffen. Münster traf nicht, Schwerte nutzte eine der wenigen Chancen und glich aus. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung schalteten die „Pfosten“ schneller und Debütant Alex Tumele netzte ein (17.). Unbeeindruckt vom Ausgleich setzte das Team um den sicheren Keeper Michael Szymanski sein Spiel fort und erarbeitete sich aussichtsreiche Einschussmöglichkeiten, um den wichtigen Führungstreffer noch vor der Halbzeit zu erzielen. Doch wenn es aus dem Spiel heraus nicht klappt, muss eine Standardsituation entscheiden: Nach einem von vielen Fouls an Christoph Rüschenpöhler zeigten die Unparteiischen endlich auf den 10-Meter-Punkt. Es war sechste Teamfoul der Schwerter. Dondorf ließ sich nicht zwei mal bitten und versenkte den Ball 30 Sekunden vor Spielende unhaltbar im "Knick".

Wohlwissend, dass nun der Gegner etwas zeigen musste, stellte sich der UFC tief und versuchte die nun anmarschierenden Schwerter zu bremsen. Obwohl die Mannschaft um Spielertrainer Nils Klems besser aus der Halbzeitpause kam, verpufften die Gäste-Chancen und erneut sollte es dem UFC vorbehalten sein zu treffen. Der quirlige Eduard Nickel eroberte den Ball, startete den Turbo und versenkte das Leder durch die Hosenträger des verdutzten Otto (25.).

Die Partie wurde nun zunehmend hitziger und beide Teams schienen durch den starken Anhang der „Hoolzpfosten“ angestachelt zu werden. Nachdem Rüschenpöhler den Ball nicht zum Einkick freigeben wollte, schubste ein Spieler der Holzpfosten ihn zu Boden. Das Schiedsrichter-Gespann zeigte keine rote Karte, stattdessen durfte sich der Gefoulte an den Schwerter Fangesängen "erfreuen". Doch der Spitzenreiter aus Münster antwortete sportlich und baute die Führung weiter aus. Diesmal machte es Quick besser, verwertete ein Zuspiel von Dondorf und erhöhte über den Innenpfosten zum 4:1 (27.). Die Moral der Schwerter schien gebrochen, schossen die Münsteraner nun im Sekundentakt auf das Gehäuse von Otto (Kemper, Kenkel, Dondorf). So krönte Dondorf seine überragende Leistung in der 29. Spielminute mit seinem dritten Treffer des Tages. Unhaltbar fand das Spielgerät den Weg in den Winkel und Otto fand in Dondorf erneut seinen Meister.

"Flying Goalkeeper" bleibt wirkungslos

Schwerte warf nun noch ein mal alles nach vorne, doch weder Otto als spielender Torhüter noch ein "Flying Goalkeeper" der Schwerter änderten etwas am Spielgeschehen, so dass sich die restlichen Minuten ohne größere Vorkommnisse ereigneten. In der Folge nahm der UFC das Tempo raus und ließ den Ball geschickt in den eigenen Reihen zirkulieren. Auch der Ehrentreffer der Schwerter durch Klems nach einer Ecke (39.) trübte die Stimmung im Münsteraner-Lager nicht und der Sieg wurde mit ausreichend „Winterspeck“ gebührend auf der anschließenden Weihnachtsfeier gefeiert. „Wir haben heute eine tolle Mannschaftsleistung gezeigt und sind als verdienter Sieger vom Platz gegangen“, resümierte der sichtlich-zufriedene Spielführer Kemper nach dem Spiel und ergänzte „Nun haben wir fünf Punkte Vorsprung auf Uerdingen und gehen mit einem breiten Grinsen in die Winterpause.“

Als nächstes steht für den UFC Münster die Stadtmeisterschaft im Hallenfußball an. Auch wenn in den vergangenen beiden Jahren nach zweimaliger Teilnahme der Endrunde die Messlatte hoch hängt, bleiben die Ansprüche des Teams bescheiden. „Wir wollen uns in der fremden Sportart auf der Münsteraner Fußball-Bühne gut präsentieren und die Vorrunde schadlos überstehen. Alles weitere werden wir dann vor Ort sehen,“ so Kemper.

UFC Münster vs. Holzpfosten Schwerte, NRW-Futsal-Liga, 16.12.2012, 5:2Für den UFC spielten: Szymanski, Lorenz - Dondorf (3. Treffer), Quick (1), Nickel (1), Rüschenpöhler, Specker, Glasbrenner, Kenkel, Kemper, Kaib, Geppert.