NRW-Liga, Düsseldorf

29.09.2012

„Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich [...] alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft,“ wusste bereits Jean-Paul Sartre. 

Dass die Dinge manchmal anders verlaufen als man es sich wünscht, musste auch der UFC Münster im Topspiel des 3. Spieltages gegen die TuRU "Lions" Düsseldorf feststellen. Nach einer torlosen ersten Halbzeit entwickelte sich im zweiten Durchgang eine abwechslungsreiche, hochklassige Futsalpartie, in der es dem UFC trotz viermaliger Führung nicht gelang, die drei Punkte mitzunehmen. Am Ende trennten sich der 2.- und 3.-Platzierte mit einem leistungsgerechten 4:4 (0:0)-Unentschieden.

Die Begegnung begann schleppend, da sich beide Teams zunächst auf die Defensive konzentrieren und Fehler zu vermeiden suchten. Nach anfänglicher Abtastphase war es schließlich der UFC, der sich die erste gute Chance erarbeitete, Farugh Arezumand hatte allerdings Pech und traf nur den Außenpfosten. Diese Gelegenheit rüttelte die Düsseldorfer wach, die daraufhin in der Offensive gefährlicher wurden. Nach drei Fernschüssen, die Debütant Kai-Uwe Lorenz souverän parierte, traf der Lions-Kapitän Carlos Penan Mitte der ersten Halbzeit den Außenpfosten. Auch auf der Gegenseite stand Fortuna nicht auf Seite des UFC: Christoph Rüschenpöhler setzte sich gegen zwei Düsseldorfer durch, scheiterte dann jedoch aus aussichtsreicher Position am Lions-Torwart Lucas Stavenhagen, der den Ball an den Pfosten lenken konnte. Nach dieser Großchance ging es letztendlich torlos in die Kabinen.

Die zweite Hälfte begann ähnlich abtastend wie die erste. Düsseldorf besaß zwar mehr Ballbesitz, fand jedoch kein Mittel die Defensive der Münsteraner zu knacken. Die „Papageien“ standen bis auf eine Ausnahme, in der Lorenz gegen El-Abduli hervorragend reagierte, stabil in der Defensive, erlaubten sich jedoch zu viele Fouls, sodass nach sechs Minuten in der zweiten Halbzeit bereits vier zu Buche standen. Durch einen Konter ergab sich endlich die erste große Gelegenheit des UFC nach dem Seitenwechsel: Eduard Nickel setzte Rüschenpöhler stark in Szene, der jedoch vor Stavenhagen scheiterte. Besser machte es dann in der 30.Spielminute UFC-Neuling Zakaria Haymoura, der einen scharfen Pass von Yannick Bauer zum 1:0 verwertete. Neben Lorenz und Haymoura debütierte auch der Passgeber Bauer, die sich allesamt hervorragend integrierten.

Zwei Zeitumdrehungen später folgte der 1:1-Ausgleich durch El-Abduli nach einer 3-gegen-2-Überzahl der Lions. Vier Minuten vor dem Ende sollte sich Rüschenpöhler doch noch in die Torschützenliste eintragen können, als er Stavenhagen mit einem Fernschuss bezwang und seine Farben wieder in Führung brachte. Nun ging es Schlag auf Schlag. In der selben Minute gelang Penan mit einem satten Schuss der Ausgleich und ließ Lorenz dabei keine Chance. Wer nun dachte, das Momentum liege wieder bei den Lions, irrte. Nur eine Minute später brachte Kapitän Wendelin Kemper die Münsteraner nach Doppelpass mit Rüschenpöhler erneut in Front. Doch Matthäus Wischniewski schlug zwei Minuten vor dem Ende aus kurzer Distanz mit dem 3:3 zurück. In der 39. Spielminute war der UFC dem Sieg dann vermeintlich nahe, als das Spielgerät in einer klasse ausgespielten Überzahlsituation über Bauer und Kemper zu Rüschenpöhler gelang, der nur noch einschieben brauchte. Doch 29 Sekunden vor dem Schlusspfiff zog der UFC das sechste Foulspiel im zweiten Durchgang und Penan verwandelte den anstehenden 10-Meter zum 4:4 Endstand.

Obwohl es der mit fünf Neuzugängen gespickten Mannschaft des UFC am Ende ein wenig an Cleverness mangelte, um einen der Vorsprünge über die Zeit zu retten, freut sich die Mannschaft über den Punktgewinn, denn schließlich „verkomplizierten“ auch die guten Düsseldorfer das Spiel. Dies mussten auch die Bayer-Kicker aus Uerdingen schmerzlich feststellen, verpasste es der direkte Konkurrent gegen Futsal Selecao Wuppertal nach einem 2:2-Remis die Tabellenführung auszubauen. Somit bleibt es mit drei ungeschlagenen, punktgleichen Clubs weiter spannend in der jungen WFLV-Futsal-Liga 2012/2013.

Für den UFC liefen auf: Kai-Uwe Lorenz, Wendelin Kemper (1 Tor), Zakaria Haymoura (1), Yannick Bauer, Farugh Arezumand, Gereon Quick, Christoph Rüschenpöhler (2), Patric Sondermann, Willie Kappenberg und Eduard Nickel.