NRW-Liga, Münster

19.11.2011

UFC ist Herbstmeister.
5:3-Sieg gegen SV "Deportivo Unna" Langschede.

Der Weihnachtsmann war noch nie der Osterhase. Da hat er 2007 einmal Recht gehabt, der Uli Hoeneß. Und nicht nur, weil Bayerns berühmtester Wurstfabrikant damit ein für alle Mal sämtlichen Glanz von allen Herbstmeistertiteln dieser Welt orakelt hat, blieb der ganz große Jubel über den Halbstrecken-Triumph beim UFC Münster nach dem 5:3-Sieg über Deportivo Langschede aus.

Beinahe war mehr die Enttäuschung über eine schwache zweite Halbzeit in den Gesichtern der frischgebackenen Herbstmeister des Futsal-Westens zu lesen als Freude über den sechsten Dreier im siebten Saisonspiel. In der heimischen Arena am Horstmarer Landweg hatte der UFC vor ca. 40 Zuschauern derart furios losgelegt, dass das Team beim Schlusspfiff scheinbar selbst überrascht war, dass es im zweiten Durchgang durchaus noch einiger Anstrengung bedurfte, diesen Sieg einzutüten.

In den Anfangsminuten machte der UFC alles richtig: Wendelin Kemper legte quer auf Christoph Rüschenpöhler, der am langen Pfosten zum 1:0 eingrätschte. Alexander Kenkel traf nur wenig später nach Vorarbeit von Gunnar Kaib zum 2:0. Als Kemper – von Rüschenpöhler in Szene gesetzt – auf 3:0 erhöhte, waren noch keine fünf Spielminuten von der Uhr gelaufen.

Doch als der UFC in der Folgezeit beste Möglichkeiten ausließ, frühzeitig einen Kantersieg auf den Weg zu bringen, zeigte Deportivo plötzlich Offensivqualitäten: Nach einem Fehlpass im Münsteraner Spielaufbau netzten die Gäste gegen die Laufrichtung von UFC-Goalie Tomasz Luzar zum 1:3-Anschluss ein.

Die Gastgeber blieben zunächst weiter klar spielbestimmend. Nach einer gelungenen Eckstoß-Variante vollendete Frank Uhle in der 12. Spielminute zum 4:1. Ein reguläres Tor, vom Schiedsrichtergespann anerkannt und dennoch – wie sich später herausstellte – von der Spielleitung am Zeitnehmertisch einfach ignoriert. Allerdings nahm von Seiten des UFC zunächst niemand von diesem Kuriosum Notiz, weshalb das Spiel bis zur Pause ganz normal weiterlief.

Langschede nutze in der 14. Spielminute abermals einen Fehlpass des UFC, um einen Konter zum 2:4 zu vollenden. Wieder ließ die Antwort der Hausherren nicht lange auf sich warten: Kenkel besorgte durch sein energisches Nachsetzen nach einem abgewehrten Torschuss seiner Mannschaft den 5:2-Pausenstand per Grätsche. Zumindest gingen beide Mannschaften und das Publikum im Glauben an dieses Zwischenergebnis in die Halbzeit.

Erst auf dem Weg zurück auf das Spielfeld bemerkten die Akteure, dass am Zeitnehmertisch nur eine 4:2-Führung für den UFC zu Buche stand. Leider konnten sich weder die beiden Schiedsrichter, noch die Neutralen am Pult präzise an den Spielverlauf der ersten Halbzeit, geschweige denn an das Tor von Frank Uhle erinnern, einen Videobeweis gab es nicht, da halfen dann auch keine weiteren Diskussionen.

So mussten die UFC-Spieler in den Anfangsminuten der zweiten Hälfte erst einmal den Schock des verloren gegangenen Tores verdauen und dann auch noch den Anschlusstreffer von Deportivo zum 3:4 hinnehmen.

Der UFC verlor völlig den Faden. Viele Fehlpässe beim Spiel in die Spitze und ungewohnte Unsicherheiten im Abwehrverhalten machten sich breit. Langschede witterte die Chance auf zumindest einen Zähler, Münster sah den während der starken ersten Halbzeit so sicher geglaubten Herbstmeistertitel in Gefahr. Der UFC versäumte es mehrmals, Überzahlsituationen sinnvoll abzuschließen. Deportivo kam lediglich durch Einzelaktionen – und dabei nur einmal wirklich gefährlich – in Tornähe. Schließlich war es Niklas Fluss, der durch einen satten Distanzschuss in den Winkel für den 5:3-Endstand sorgte und seine Farben mit dem Spitzenplatz für eine überzeugende Hinrunde belohnte.

Am Ende war es nicht mehr als ein Arbeitssieg für den Tabellenführer aus Münster. Und solange der Weihnachtsmann nicht darüber nachdenkt, ein Osterhase zu werden, gilt es für den UFC ab Dezember, die starke Leistung der Hinrunde auf dem Weg zum DFB-Viertelfinale mindestens zu wiederholen.

Für den UFC spielten: Tomasz Luzar, Christoph Rüschenpöhler (1), Johannes Glasbrenner, Roman Pieroth, Alexander Kenkel (2), Wendelin Kemper (1), Florian Dondorf, Julian Offermann, Frank Uhle (1), Gunnar Kaib und Niklas Fluss (1).